Vom jahrgangsübergreifenden Unterricht zum Tandem-Prinzip

Stationen unserer Entwicklung

Im Jahre 2002 wurde der Vorschulkindergarten auf Antrag der Schule mit Genehmigung der Bezirksregierung aufgelöst. (Den Vorschulkindergarten besuchten schulpflichtige Kinder aus Ratingen, die noch nicht „schulreif“ waren; Klasse 0)

Daraus ergab sich „jahrgangsübergreifender Unterricht“ mit den Klassen 0/1.

Hieraus entwickelte sich der jahrgangsübergreifende Unterricht der Klassen (0/)1/2, der im Schuljahr 2005/06 eingeführt wurde.

Im Schuljahr 2006/07 nahm die Suitbertusschule an einem Forschungsprojekt teil, das nach den Bildungserfahrungen fünf- und sechsjähriger Kinder in unterschiedlichen Bildungssystemen fragt. Beteiligt waren die Suitbertusschule und die Ben Johnson Primary School in London. Das Projekt wurde von Frau Dr. Huf geleitet, die zu diesem Zeitpunkt für die Universität Bielefeld tätig war.

Der jahrgangsübergreifende Unterricht mit den Klassen 1/2 wird seit 2005 durchgeführt und stetig weiterentwickelt, d.h. die Erfahrungen werden genutzt, um Unterricht zu optimieren.
Als Konsequenz daraus wird nun an der Suitbertusschule im Schuljahr 2009/10 das  „Tandem-Prinzip“ eingeführt, gestützt durch das sehr gute Ergebnis, welches im September 2008 bei der Qualitätsprüfung erzielt wurde.

Tandem-Prinzip

 Einführung mit dem Schuljahr 09/10

Zwei parallele Klassenstufen werden klassenübergreifend von Klasse 1 bis Klasse 4 geführt (gemeinsame Unterrichtsvor-, und Nachbereitung durch das Lehrer-Tandem, Parallelarbeiten, Fördermaßnahmen im individuellen und differenzierten Unterricht).

Zwei Klassenlehrerinnen bilden ein Tandem. Die jeweilige Klassenlehrerin ist die erste Ansprechpartnerin/Vertrauensperson für die Eltern (die andere Klassenlehrerin berät intern, wird bei Bedarf oder auf Wunsch hinzugezogen).

Türdurchbrüche verbinden in der Regel zwei Klassenzimmer miteinander.

Die Beratungen von Eltern und Kindern stützen sich bei Bedarf auf die Beobachtungen und Diagnose von zwei Lehrerinnen. Dies wird immer wichtiger, zumal die „Besonderheiten“ bei den Kindern immer vielfältiger werden und die Beratung immer schwieriger wird. So sind Eltern nicht auf nur eine Meinung angewiesen (Objektivierung und Professionalisierung).

Methoden zur Erreichung der Kompetenzerwartungen (neue Lehrpläne) werden bewusst hinterfragt: „Bietet sich eine eher homogene Lerngruppe, eine  bewusst heterogene Lerngruppe oder der Klassenverband zur Erreichung einer bestimmten Kompetenz an?“  Kinder lernen voneinander und miteinander.

Alle Lehrer/innen dieser Schule verpflichten sich zur Tandem-Arbeit, d.h. Schule und Unterricht sind nicht länger von einzelnen Kollegen/innen abhängig.  An der gesamten Schule wird ein einheitliches Konzept umgesetzt und weiterentwickelt.

Schule versteht sich als Einheit, als „lernendes System“ zum Wohle der Kinder.

In allen Jahrgangsstufen werden gleiche Methoden (wie z.B. Wochenplanarbeit, Freiarbeit), gleiche Sozialformen (Einzel-, Partner-, Gruppenarbeit) und gleiche Organisationsformen (Plenum, Sitzkreis, Sitzkino etc.) eingesetzt.

Das Tandem-Prinzip bietet den Kindern die Möglichkeit in einem größeren Umfeld Freundschaften zu knüpfen. Es fördert den Gemeinschaftsgedanken und vermeidet das Gefühl von Konkurrenz zwischen den Klassen.

Die intensive Teamarbeit der Klassenlehrer/innen setzt sich auch in der Elternarbeit fort. So bilden auch die Klassenpflegschaftsvorsitzenden und Vertreter der jeweiligen Jahrgangsstufe ein Tandem: gemeinsames Planen und Durchführen von Elternabenden, Festen,  Ausflügen, Radfahrtraining, Lesemütter etc. Viele Eltern sind berufstätig. Durch das Tandem-Prinzip ist ein besserer Ausgleich an Elternhilfe möglich.